AfD laut ZDF-Politbarometer Extra deutlich vorn – Schulze mit Vorsprung
Projektion vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sowie Ergebnisse zur Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sieht das ZDF-Politbarometer Extra die AfD deutlich als stärkste Partei. Nach der Projektion käme sie auf 40 Prozent und würde sich damit im Vergleich zur letzten Landtagswahl nahezu verdoppeln. Die CDU müsste hingegen mit starken Verlusten rechnen. Die FDP und das BSW könnten an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Eine absolute Mehrheit für die AfD gilt nach Angaben der Umfrage derzeit als eher unwahrscheinlich.
Im Vergleich der beiden Spitzenkandidaten liegt CDU-Amtsinhaber Sven Schulze bei der Frage, wen die Befragten lieber als Ministerpräsidenten hätten, klar vor Ulrich Siegmund von der AfD.
Projektion
Wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre, ergäben sich laut Projektion folgende Werte:
- CDU: 23 Prozent
- AfD: 40 Prozent
- Linke: 13 Prozent
- SPD: 9 Prozent
- FDP: 3 Prozent
- Grüne: 6 Prozent
- BSW: 3 Prozent
- Andere Parteien zusammen: 3 Prozent
Nach diesen Zahlen bräuchte die AfD für eine parlamentarische Mehrheit einen Koalitionspartner. Eine Regierung aus allen nach dieser Projektion im Parlament vertretenen Parteien außer der AfD, also eine Koalition aus CDU, Linke, SPD und Grünen, hätte eine Mehrheit.
Die Projektionswerte geben laut Mitteilung lediglich das Stimmungsbild zum jetzigen Zeitpunkt wieder und sind keine Prognose für den Wahlausgang. Bei der Einordnung seien die statistischen Fehlerbereiche von Umfragen zu berücksichtigen, besonders bei Parteien an der Fünf-Prozent-Grenze. Bis zum Wahlsonntag könne es zudem noch zu Veränderungen durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge kommen. Zurzeit wissen demnach 31 Prozent der Befragten noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.
Bei der letzten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor fünf Jahren kam die CDU auf 37,1 Prozent, die AfD auf 20,8 Prozent, die Linke auf 11,0 Prozent, die SPD auf 8,4 Prozent, die FDP auf 6,4 Prozent und die Grünen auf 5,9 Prozent. Alle anderen Parteien erzielten zusammen 10,4 Prozent.
Zufriedenheit mit Parteien in Landesregierung und Opposition
Die Arbeit der Regierungsparteien wird laut Umfrage kritisch bewertet. Auf der Skala von plus fünf bis minus fünf erhält die CDU in der Landesregierung einen leicht negativen Durchschnittswert von minus 0,6. Der Koalitionspartner SPD kommt auf minus 1,2, die FDP auf minus 1,6.
Auch die Oppositionsparteien schneiden negativ ab. Die AfD erhält für ihre Oppositionsarbeit einen Wert von minus 0,9, die Linke von minus 1,1 und die Grünen von minus 1,7.
Gewünschter Ministerpräsident
Bei der Frage, wen man lieber als Ministerpräsidenten hätte, liegt Sven Schulze mit 48 Prozent klar vor Ulrich Siegmund mit 32 Prozent. Der Rest entfällt auf „weder noch“, „kenne nicht“ oder „weiß nicht“.
Der Vorsprung Schulzes erklärt sich laut Mitteilung vor allem daraus, dass Siegmund von fast keinem Anhänger von CDU, Linke, SPD und Grünen präferiert wird.
Auf der Skala von plus fünf bis minus fünf erhalten Sven Schulze mit 0,1 und Ulrich Siegmund mit minus 0,4 sehr bescheidene Bewertungen.
Absolute Mehrheit und Koalitionen
Eine Alleinregierung der AfD fänden 54 Prozent der Befragten schlecht, 30 Prozent gut, 10 Prozent wäre es egal. Dass es der AfD zur absoluten Mehrheit reichen wird, glauben 48 Prozent, 44 Prozent glauben das nicht.
Gefragt, ob sie lieber eine CDU- oder eine AfD-geführte Landesregierung hätten, entscheiden sich 50 Prozent für eine CDU-geführte und 35 Prozent für eine AfD-geführte Regierung.
Auch hier zeigt sich nach Angaben der Umfrage die große Distanz aller anderen Parteianhängergruppen zur AfD: Fast kein Anhänger von CDU, Linke, SPD und Grünen bevorzugt eine AfD-geführte Landesregierung.
Wichtigste Themen
Die politische Agenda in Sachsen-Anhalt wird laut Umfrage von den ökonomischen Themen Wirtschaftslage mit 22 Prozent und Arbeitslosigkeit mit 17 Prozent bestimmt. Das Landesthema Bildung und Schule kommt ebenfalls auf 17 Prozent. Alle anderen Bereiche werden jeweils von weniger als 14 Prozent der Befragten als wichtigstes Thema im Land genannt.
Die Umfrage wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews fanden vom 25.8. bis zum 27.8.2026 unter 1.053 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt telefonisch und online statt. Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut plus/minus drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent gut plus/minus zwei Prozentpunkte.
Das nächste Politbarometer Extra zu Sachsen-Anhalt sendet das ZDF am Donnerstag, 3. September 2026, im heute-journal.
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