Heineanum schließt vorübergehend: Aktionstag am 26. September 2026
Vor der geplanten Schließung bis Ende September 2026 gibt es Führungen und Programm; die Dauerausstellung wird neu gestaltet und barriereärmer ausgerichtet.

Das Heineanum in Halberstadt schließt zum 30. September 2026 für rund ein Jahr seine Türen. Vor der Baupause lädt das Museum für Vogelkunde am Samstag, 26. September 2026, von 11 bis 16 Uhr zum Aktionstag „Wir mausern uns“ ein. Besucherinnen und Besucher können das Museum an diesem Tag noch einmal in seiner vertrauten Form erleben und zugleich einen ersten Blick auf das künftige Ausstellungskonzept werfen.
Letzter Rundgang vor der Neugestaltung
Zum Aktionstag bieten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stündliche Führungen durch Ausstellung und Magazin an. Dabei geben sie Einblicke in die Geschichte, die Sammlung und die Arbeit des Heineanums. Die Kreativagentur IdeenGut stellt das neue Ausstellungskonzept vor und gibt einen ersten Einblick in die Gestaltung der künftigen Dauerausstellung.
Von 13 bis 16 Uhr ist außerdem ein echter Uhu zu Gast. Ergänzt wird das Programm durch ein Glücksrad, Spiele und Bastelangebote. Bei Kaffee und Kuchen können die Gäste den letzten Besuch im vertrauten Heineanum ausklingen lassen. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
Umbau mit neuer Dauerausstellung und mehr Barrierefreiheit
Während der Schließzeit wird die Dauerausstellung umfassend neu gestaltet. Inhalte und Gestaltung werden neu konzipiert, wissenschaftliche Inhalte aktualisiert und digitale sowie interaktive Elemente integriert. Ziel ist zudem, das Museum barriereärmer zu machen.
Dazu werden die Ausstellungsvitrinen neu gestaltet und die Technik im Erdgeschoss erneuert. Vogelobjekte werden fachgerecht präpariert und, wo für die neue Ausstellung sinnvoll, durch neu erworbene Objekte ergänzt. Auch die Geschichten hinter den Präparaten sowie die Bedeutung der Sammlung für Wissenschaft, Forschung und Naturschutz sollen künftig stärker vermittelt werden.
Sammlung von europäischer Bedeutung
Das Heineanum blickt auf eine mehr als 200-jährige Geschichte zurück und ist eng mit Ferdinand Heine senior (1809–1894) verbunden. Seine Vogelsammlung bildete den Grundstock für die heutige ornithologische Sammlung.
Heute bewahrt das Museum eine der bedeutenden ornithologischen Sammlungen Europas. Sie dokumentiert einen außergewöhnlichen Teil der weltweiten Vogelvielfalt und umfasst auch Präparate bereits ausgestorbener Vogelarten. Zu den Beständen zählen außerdem bedeutende Fossilien, darunter ein Plateosaurier und ein Plesiosaurier. Eine besondere Bedeutung hat die Arbeit zum Rotmilan.
Investition und Unterstützung
Für die Neugestaltung der Dauerausstellung werden insgesamt 372.000 Euro investiert. Der Förderkreis für Vogelkunde und Naturschutz am Museum Heineanum e. V. übernimmt davon einen Eigenanteil von 73.400 Euro. Unter dem Vorsitz von Jürgen Jüling engagieren sich mehr als 200 Mitglieder für das Museum und seine Arbeit.
Das neue Ausstellungskonzept entsteht in enger Zusammenarbeit von Heineanum, Förderverein und der Kreativagentur IdeenGut. Das Kulturmarketing der Stadt Halberstadt begleitet den Prozess und unterstützt die öffentliche Vermittlung des neuen Konzepts.
Verbindung zur Öffentlichkeit bleibt bestehen
Während das Heineanum geschlossen ist, bleibt eine besondere Ausstellung weiterhin zugänglich: Die gemeinsam mit dem Domschatz entwickelte Sonderausstellung „Stoffe mittelalterlicher Vogelwelten“ wird bis zum 10. Januar 2027 verlängert.
Außerdem sollen museumspädagogische Angebote und Abendveranstaltungen auch während der Umbauphase fortgeführt werden. Voraussichtlich im Herbst 2027 öffnet das Heineanum wieder mit einer neu konzipierten Dauerausstellung, moderner Technik, digitalen und interaktiven Elementen sowie verbesserter Barrierefreiheit.
Oberbürgermeister Daniel Szarata bezeichnet das Heineanum als einen besonderen Schatz der Stadt und verweist auf seine Bedeutung weit über Halberstadt hinaus. Er hebt zudem das Engagement des Förderkreises am Heineanum e. V. für das Zukunftsprojekt hervor.
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