Sanierte Nordfassade des Wernigeröder Rathauses offiziell übergeben
Arbeiten an der Holzbalkendecke im Eingangsfoyer und laufende Innenarbeiten prägen die Maßnahme, die rund 420.000 Euro umfasst.

Die Sanierung der historischen Nordfassade des Wernigeröder Rathauses ist abgeschlossen. Nach rund 16 Monaten Bauzeit wurde damit ein weiterer wichtiger Bauabschnitt an dem denkmalgeschützten Gebäude beendet. Das Rathaus am Marktplatz zeigt sich nun wieder mit leuchtenden Farbtönen, dunklem Fachwerk und goldenen Akzenten.
Fassade offiziell freigegeben
Offiziell freigegeben wurde die sanierte Nordfassade am 6. August 2026 um 12 Uhr. Oberbürgermeister Tobias Kascha durchschnitt dazu gemeinsam mit Stadtratspräsident Uwe-Friedrich Albrecht und Michael Weber vom Ingenieurbüro Weber ein Band.
Bauzeit verlängerte sich wegen statischer Mängel
Seit Anfang April 2025 war die Rathausfront eingerüstet. Der Bauabschnitt sollte ursprünglich ausschließlich die Sanierung der Nordfassade umfassen. Während der Arbeiten wurden nach dem Öffnen der Fassade und dem Freilegen der Deckenkonstruktion jedoch erhebliche statische Mängel an der Holzbalkendecke des Eingangsfoyers festgestellt.
Nach Angaben der Stadt musste diese Decke zunächst umfassend saniert werden, um die Standsicherheit und den langfristigen Erhalt des Gebäudes zu gewährleisten. Dadurch verlängerte sich die Bauzeit.
Weitere Arbeiten im Rathaus laufen weiter
Mit der Nordfassade ist nach den bereits sanierten Ost- und Westfassaden nun ein weiterer bedeutender Abschnitt abgeschlossen. Die Arbeiten im Inneren des Rathauses dauern jedoch an. Der Haupteingang soll voraussichtlich nach dem Jahreswechsel wieder geöffnet werden. Zeitgleich ist auch die Wiederinbetriebnahme des kleinen Trauzimmers vorgesehen.
Kosten und Förderung
Die Kosten für die Sanierung der Nordfassade einschließlich der erforderlichen Arbeiten im Eingangsfoyer belaufen sich auf rund 420.000 Euro. Finanziell ermöglicht werden die Sanierungsmaßnahmen durch die Förderung des Landes Sachsen-Anhalt.
Neue Erkenntnisse zur Baugeschichte
Im Zuge der Bauarbeiten wurden auch neue Erkenntnisse zur Baugeschichte des Rathauses gewonnen. Eine dendrochronologische Untersuchung der verbauten Fichtenhölzer ergab, dass die Bäume im Winter 1495/1496 gefällt wurden.
Die beiden Erkertürme, die das Erscheinungsbild der Nordfassade bis heute prägen, entstanden demnach im Jahr 1498 unter der Leitung des Baumeisters Thomas Hilleborch. Auf spätere Umbauten und Erweiterungen in den folgenden Jahrhunderten weisen laut Mitteilung unter anderem die Jahreszahlen im rechten Feld oberhalb des Rathausportals hin.
Mit dem Abschluss dieses Bauabschnitts präsentiert sich die historische Nordfassade wieder als prägendes Element des Marktplatzes und unterstreicht die Bedeutung des Rathauses als Wahrzeichen der Stadt.
Weitere Bilder

Eigene Anzeige
Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen
Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.