Bürgerhaus in Schachdorf Ströbeck feierlich übergeben

Sanierung mit Gesamtkosten von 2.589.000 Euro – anschließend ist ein Schachmuseum geplant

Bürgerhaus in Schachdorf Ströbeck feierlich übergeben
Foto: Jeannette-Schroeder-Stadtmarketing 60Bild 1 von 2

Das sanierte Bürgerhaus im Schachdorf Ströbeck ist am Freitag, 21. August 2026, feierlich übergeben worden. Nach langer Planungs- und Bauzeit soll das Gebäude nun wieder ein Ort für Begegnung, Gemeinschaft, Ehrenamt und lebendiges Dorfleben sein.

Bei der Übergabe waren unter anderem Staatssekretärin Stefanie Pötzsch, Ortsbürgermeister Jens Müller, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Planung und Bau sowie zahlreiche Gäste anwesend. Oberbürgermeister Daniel Szarata sprach von einem wichtigen Meilenstein für Ströbeck und betonte, das Bürgerhaus gehöre nun den Menschen im Ort.

Langwierige Sanierung mit hohen Mehrkosten

Der Weg zum sanierten Haus begann bereits im November 2019 mit dem Förderantrag. Im Dezember 2020 wurde die Förderung bewilligt. Über das Programm Investitionspakt Soziale Integration im Quartier wurden insgesamt 1.796.400 Euro bereitgestellt. Davon stammen 1.497.000 Euro vom Bund und 299.400 Euro vom Land Sachsen-Anhalt. Die ursprünglich vorgesehenen Eigenmittel der Stadt beliefen sich auf 199.600 Euro. Zum Zeitpunkt des Baubeginns war ein Gesamtvolumen von 1.996.000 Euro vorgesehen.

Nach dem Beschluss des Hauptausschusses zur Sanierung am 21. Februar 2023 folgten die europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen, der Bauantrag und die notwendigen Ausschreibungsverfahren. Die Bauarbeiten begannen am 19. Februar 2024.

Während der Sanierung zeigten sich zusätzliche Probleme am historischen Gebäude. Der ursprüngliche Saal musste wegen statischer und holzschutztechnischer Schäden abgerissen werden. Außerdem verfügte das Gebäude über keine Fundamente, sodass Außen- und Innenwände aufwendig unterfangen werden mussten. Die Erdgeschossdecke wurde neu gebaut, und die vorhandenen Dachsparren waren zu gering dimensioniert. Auch der historische Gewölbekeller stellte eine besondere Herausforderung dar, da er nach Vorgabe des Denkmalschutzes erhalten bleiben musste. Deshalb wurde schließlich der gesamte Ostgiebel erneuert.

2025 bestätigte der Hauptausschuss Mehrkosten in Höhe von 390.000 Euro. Hinzu kamen 203.000 Euro Versicherungsentschädigung aus dem Brand des Schachmuseums. Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf 2.589.000 Euro.

Dank an Förderer und Beteiligte

Oberbürgermeister Szarata dankte Bund und Land für die Förderung sowie den beteiligten Planungsbüros, Unternehmen, Handwerksbetrieben und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Ohne dieses Zusammenspiel und ohne die Fördermittel wäre ein Projekt dieser Größenordnung für die Stadt Halberstadt nicht umsetzbar gewesen, sagte er.

Ortsbürgermeister Jens Müller erinnerte an die Entwicklung Ströbecks als Ortsteil von Halberstadt. Die Entscheidung, sich 2009 für Halberstadt zu entscheiden, sei aus seiner Sicht die richtige gewesen. Für ein solches Projekt brauche man einen starken Partner, den Ströbeck mit Halberstadt und dem Land Sachsen-Anhalt habe, sagte Müller.

Das neue Bürgerhaus soll ausdrücklich ein Haus der Ströbeckerinnen und Ströbecker werden. Einige Arbeiten und die weitere Ausgestaltung sollen deshalb gemeinsam mit den Einwohnerinnen und Einwohnern erfolgen. Müller betonte, es sei wichtig, dass ein Bürgerhaus auch von den Bürgern gestaltet werde. Auch bei der Namensgebung der Räume ist die Dorfgemeinschaft gefragt: Am 6. September 2026 sollen im Rahmen der Landtagswahl Vorschläge der Ströbeckerinnen und Ströbecker gesammelt werden.

Ausblick auf das Schachmuseum

Staatssekretärin Stefanie Pötzsch hob die Bedeutung von Begegnungsorten für das gesellschaftliche und ehrenamtliche Leben hervor und zeigte sich von der Sanierung beeindruckt. Zugleich verwies sie auf das nächste Vorhaben am Standort: Direkt angrenzend soll das neue Schachmuseum entstehen.

Für den Anbau des Schachmuseums sind Fördermittel beantragt worden. Das Land will das Vorhaben unterstützen; sobald das Finanzministerium die notwendigen Mittel freigegeben hat, kann es beginnen. Das frühere Museum war durch einen Brand zerstört worden. Das fertiggestellte Bürgerhaus bildet nun einen wichtigen Zwischenschritt für die weitere Entwicklung des Standortes.

Nach Angaben der Staatssekretärin hat das Schachmuseum auch touristische Bedeutung. Das Schachdorf Ströbeck mit seiner jahrhundertealten Schachtradition, dem Schachmuseum und dem Lebendschachensemble ist weit über die Region und die Landesgrenzen hinaus bekannt. Das künftige Museum soll diese Tradition bewahren, erlebbar machen und die touristische Strahlkraft Ströbecks und Sachsen-Anhalts weiter stärken.

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