Große Resonanz bei der Tagung „Reich und Schön?“ in Halberstadt

17 Vorträge zu Fürstengräbern der jüngeren Römischen Kaiserzeit aus Emersleben und zusätzliche Ausstellungs-Impulse im Städtischen Museum

Große Resonanz bei der Tagung „Reich und Schön?“ in Halberstadt
Große Resonanz bei der Tagung „Reich und Schön?“ in HalberstadtFoto: Stadtmarketing

Die wissenschaftliche Tagung „Reich und Schön? Die Fürstengräber der jüngeren Römischen Kaiserzeit aus Emersleben“ hat nach Angaben des Städtischen Museums am 28. und 29. August 2026 in Halberstadt einen großen Zuspruch erfahren. Anlass war der 85. Jahrestag der Entdeckung der Fürstengräber von Emersleben, die damit erneut in den Mittelpunkt der Forschung rückten.

An beiden Veranstaltungstagen nahmen jeweils rund 90 Gäste teil. Unter den Besucherinnen und Besuchern waren Forschende ebenso wie viele historisch interessierte Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet und aus Polen. Das Städtische Museum wertet dies als Hinweis darauf, dass die Fürstengräber sowohl fachlich als auch regionalgeschichtlich auf großes Interesse stoßen.

Das wissenschaftliche Programm umfasste 17 Vorträge von Referentinnen und Referenten aus Deutschland und Polen. Inhaltlich reichte das Spektrum von der jüngeren Römischen Kaiserzeit in Mitteldeutschland über die Fürstengräber von Emersleben und neue Untersuchungen an den Funden bis hin zu vergleichbaren Prunkgräbern innerhalb der Germania magna. Schwerpunkte bildeten Fragen zu Gesellschaft und Eliten, Bestattungssitten, Mobilität und Handel.

Für das Städtische Museum war die Tagung nach eigener Darstellung ein wichtiger Schritt bei der weiteren Erforschung und Einordnung der Emerslebener Fürstengräber. Zugleich bot sie die Gelegenheit, aktuelle Forschungsergebnisse einem breiteren Publikum vorzustellen und den fachlichen Austausch über die Region hinaus zu fördern.

Zu Beginn der Tagung wurde ein neues Hinweisschild für den Halberstädter Ortsteil Emersleben an Ortsbürgermeister Marco Weiß übergeben. Er richtete zugleich ein Grußwort für die Stadt Halberstadt aus. Gestaltet wurde das Schild mit Zeichnungen der Kinder der Kita „Emerslebener Storchenkinder“, die sich zuvor intensiv mit der Geschichte der Fürstengräber und der Archäologie ihres Heimatortes beschäftigt hatten. Eine Videobotschaft an den Ortsbürgermeister gehörte ebenfalls dazu. Die Kunstwerke der Kinder sind noch bis zum 1. Oktober 2026 vor dem Ratssitzungssaal im Halberstädter Rathaus zu sehen.

Ein Höhepunkt des ersten Tagungstages war der Festvortrag von Prof. Dr. Harald Meller am Abend. Er zog neben dem Fachpublikum auch zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Halberstadt und der Umgebung an. Besonders groß war nach Angaben des Museums die Resonanz aus Emersleben selbst.

Im Anschluss wurde im Städtischen Museum eine Sondervitrine mit einer Auswahl der Originalfunde aus den Fürstengräbern von Emersleben eröffnet. Die Eröffnung nahmen Landesarchäologe Prof. Dr. Harald Meller und Museumsdirektorin Dr. Antje Gornig vor. Die Objekte gehören zum Bestand der archäologischen Sammlung des Städtischen Museums und werden nun erstmals der Halberstädter Öffentlichkeit in dieser Form zugänglich gemacht.

Zum Abschluss des Eröffnungsabends lud das Städtische Museum die Tagungsgäste zu einem Abendempfang am Domplatz 36 ein. Dort bestand nach der Eröffnung der Foyer-Ausstellung die Möglichkeit, Vorträge und einzelne Fragestellungen des Tages weiter zu vertiefen, neue Kontakte zu knüpfen und den fachlichen Austausch fortzusetzen.

Ergänzt wurde das Tagungsprogramm durch Bücher- und Informationsstände, unter anderem der Archäologischen Gesellschaft in Sachsen-Anhalt e. V. und der Buchhandlung Schönherr aus Halberstadt.

Die kleine Präsentation im Foyer des Städtischen Museums, Domplatz 36, ist noch bis Sonntag, 6. September 2026, jeweils von 11 bis 16 Uhr zu sehen. Besucherinnen und Besucher können dort einige der besonderen Originale aus den Emerslebener Fürstengräbern aus nächster Nähe erleben.

Nach Einschätzung des Museums zeigen die große Resonanz auf die Tagung und das Interesse an den Originalfunden, welches Potenzial die Emerslebener Fürstengräber für die Verbindung von wissenschaftlicher Forschung, regionaler Geschichte und Vermittlungsarbeit besitzen. 85 Jahre nach ihrer Entdeckung rücken die beiden Gräber damit weiterhin in den Fokus der überregionalen Forschungsdiskussionen.

Die während der Tagung vorgestellten Forschungsergebnisse und neuen Impulse sollen in die weitere wissenschaftliche Bearbeitung einfließen. Zugleich bilden sie eine Grundlage für die für 2028 geplante Sonderausstellung zu den Fürstengräbern von Emersleben. Außerdem ist vorgesehen, die wissenschaftlichen Beiträge der Tagung in einem Tagungsband zusammenzuführen.

Unterstützt wurde die Tagung von NOSA GmbH, HVG, Rotary Club Halberstadt, Geschichtsverein für Halberstadt und das nördliche Harzvorland e. V., Archäologische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt e. V., Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, MGI Bau und Buchhandlung Schönherr.

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